Mergers & Acquisitions (M&A) sind ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie – doch erst die Post Merger Integration (PMI) bestimmt über den nachhaltigen Erfolg. Synergieeffekte und Wachstumspotenziale bleiben häufig ungenutzt, wenn strategische, kulturelle oder prozessuale Hürden nicht frühzeitig adressiert werden. Welche Faktoren machen eine gelungene Integration aus? Wie lassen sich Synergien realisieren, ohne operative Stabilität und Mitarbeiterakzeptanz zu gefährden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des W&P Executive Dialogs „PMI – Synergie- und Werthebel gemeinsam realisieren“ am 19. März 2025. Die Veranstaltung fand als digitales Event in Kooperation mit Würth Elektronik ICS statt.
Der M&A-Markt befindet sich seit 2021 in einer herausfordernden Phase. Während sich Transaktionen in Nordamerika und Europa stabilisieren, verzeichnet Deutschland einen deutlichen Rückgang. Doch für 2025 wird wieder ein „Anziehen“ der M&A-Aktivitäten in Deutschland erwartet – und damit bleibt M&A/PMI ein entscheidender Hebel für Wertschöpfung und Unternehmenstransformation: „Ein gut vorbereiteter PMI-Prozess ermöglicht nicht nur eine schnelle Realisierung von Synergien, sondern reduziert auch operative Risiken und Integrationskosten. Erfolgreiche PMI-Projekte beginnen mit einer klaren strategischen Zielsetzung und enden mit messbaren Effizienzgewinnen“ so Ferdinand Fiedler, Senior Manager bei W&P.
Gastgeber und W&P Mitglied der Geschäftsleitung, Dr. Michael Staudinger, erläuterte die wachsende Bedeutung von PMI vor dem Hintergrund aktueller Marktbedingungen. Unternehmen stehen unter hohem Handlungsdruck – sei es durch Transformationstreiber wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit oder durch den zunehmenden Fachkräftemangel. „Während die Stärkung der Marktposition nach wie vor das wichtigste Motiv für Unternehmenskäufe ist, lässt sich beobachten, dass Unternehmen zunehmend auf Kostensynergien achten und danach streben, Effizienzsteigerungen zu realisieren. Diese gelingt aber nur durch eine wirksame Integration“ so Staudinger.
Ein konkretes Praxisbeispiel lieferte Dr.-Ing. Klaus Wittig, Geschäftsführer von Würth Elektronik ICS, mit seinen „Lessons Learned“ zur Integration der enfas GmbH. Er verdeutlichte, wie wichtig es ist, neben den klassischen Due Diligence auch die Unternehmenskultur tief zu hinterfragen und mit dem zukünftigen Führungsteam u.a. die Integration übergreifend zu steuern, Prozesse frühzeitig zusammenzuführen und externe Unterstützung für objektivere Diskussionen heranzuziehen.
Das abschließende Werkstattgespräch verdeutlichte: Ein „Best-of-both-Worlds“-Ansatz kann Synergien heben, erfordert aber aktives Change Management. Nur so lassen sich auch Schlüsselkräfte für den langfristigen Erfolg einer Übernahme halten. PMI ist damit weit mehr ist als eine technische und strategische Integration – es ist ein Transformationsprozess, der Wert schafft.